Mainzer Becken

von

Erwin Gerdes

Das Mainzer Becken ist eine etwa 5200 qkm große Senke (zum Vergleich: das Saarland  ist 2568 qkm groß) , die eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Vor 400 Millionen Jahren gab es hier ein stürmisches Meer, dessen heftige Wellen gewaltige Sandmassen aufschichteten, aus denen sich dann der heutige Taunusquarzit gebildet hat.

Vor 300 Millionen Jahren, im Karbon, war das Gebiet dagegen trocken. Im tropischen Klima gediehen ausgedehnte Baumfarn - Wälder.

Das Perm vor ca. 250 Millionen Jahren verwandelte die Gegend in eine heiße Wüste. Der in dieser Zeit entstandene rote Sand ist die geologische Grundlage des Mainzer Beckens und tritt als das so genannte "Rotliegende" an manchen Stellen zu Tage (Nierstein).

Am Beginn des Tertiärs vor 65 Millionen Jahren wuchs hier ein tropischer Regenwald. Als dann zunächst der Oberrheingraben und etwas langsamer als dieser das heutige Rheinhessen absanken, konnte im mittleren Oligozän über den inzwischen noch tiefer liegenden Oberrheingraben zunächst das Südmeer und dann im weiteren Verlauf über die Wetterausenke auch das Nordmeer einfließen. In das so entstandene  Meer führten die Flüsse der Umgebung in Millionen Jahren soviel Sediment heran, dass es zur Verflachung und zur Aussüßung kam.

Im Unteren Miozän sank die Rheinhessische Platte erneut ab und wurde wieder überflutet. Es wurden nun allerdings in erster Linie Kalke abgelagert.

Vor 11 Millionen Jahren im Ober-Miozän wurde das Mainzer Becken schließlich wieder festes Land. In einem ausgedehnten Flusssystem, dessen Sandablagerungen nach den darin gefundenen Knochen der elefantenähnlichen Riesentiere die Dinotherien-Sande genannt werden, herrschten Temperaturen wie im Mittelmeergebiet. 
Im Pliozän vor 6 Millionen Jahren entstand der Grundstock unserer heutigen Pflanzenwelt. Laub und Nadelwälder wuchsen bei uns, bis sie durch das Auftreten der Eiszeiten wieder ausstarben, zurück blieb eine kalt-kontinentale Steppenvegetation. In den Zwischeneiszeiten wurde es zum Teil wärmer als heute, und eine entsprechende Pflanzen- und Tierwelt konnte von Süden wieder vorrücken.

 

Am Mittwoch führte ein befreundeter Fossiliensammler mich  in die tropisch-subtropischen Gefilde des Paläogen-Meeres. Die Zeitreise durch annähernd 10 Millionen Jahre Erdgeschichte Rheinhessens  zwischen Inseln, Halbinseln, Buchten und Küstensäumen durch das oligozäne Meer der Kreuznacher Bucht.

 Klassische Lokalitäten wie die „Trift“ bei Weinheim oder die Weinberge von Sulzheim und Gumbsheim standen auf der Exkursionsroute wie auch der rasch veränderliche Aufschluss der Sandgruben von Eckelsheim.

 Für Fossiliensammler aber auch für Interessierte liefert das Mainzer Becken jede Menge Material. Auch das Wetter spielte an diesem Tag mit, es war eine gelungene Exkursion.

Glycymeris sp.

Palliolum sp.

Glycymeris sp.

Balanophyllia sp.

Cerithium tumidum

Spondylus sp.

Murex ornatus

Athleta ratieri

Murieella sp.

Murex sp.

Murex ormatus

Cymia calcarata