Impressionen der Sammelexkursion nach Franken
vom 1. bis 3. Mai 2008

von N. Staudinger


Wie bereits in den letzten Jahren haben die Mitglieder der Fossiliengruppe des Eberstädter Mineralienclub e.V. das verlängerte Wochenende an Himmelfahrt zu einer Exkursion genutzt. Auf dem Programm standen Aufschlüsse im Jura der Fränkischen Alb, darunter so bekannte Namen wie Mistelgau, Drügendorf und Gräfenberg.

In der Fränkischen Schweiz

Mistelgau

Typisches Motiv in der Fränkischen Schweiz

In der Tongrube Mistelgau


Am ersten Tag lag der Sammelschwerpunkt auf der Tongrube in Buttenheim, in der an diesem Tag auch das diesjährige Steinkerntreffen stattfand, so dass in der Grube einiges los war. Dennoch fand jeder von uns schöne Stücke, mehrheitlich Ammoniten der Gattung Pleuroceras.

Der zweite Tag begann mit der Suche nach regulären Seeigeln in einem Steinbruch bei Kasendorf, wo uns der eine oder andere schöne Fund glückte.

Steinbruch bei Kasendorf

Seeigel <i>Plegiocidaris</i>

Steinbruch bei Kasendorf

Seeigel der GattungPlegiocidaris


Von dort aus ging es weiter zur aufgelassenen Tongrube nach Mistelgau. Hier fanden wir in den entsprechenden anstehenden Schichten schöne pyritisierte Ammoniten, überwiegend Pleydellien. Außerdem machten wir uns im Bereich des mittlerweile fast vollständig abgebauten Belemnitenschlachtfeldes auf die Suche nach Resten von Ichthyosauriern und auch hier ging niemand von uns leer aus.

Fauna in Mistelgau

Zerbrochener Ichthyosaurierwirbel

Herausgewitterte Kleinfauna in Mistelgau

Ichthyosaurierwirbel: zwar recht groß (ca. 7 cm), aber leider zerbrochen

Ichthyosaurierwirbel

Ichthyosaurierwirbel und Knochenfragment

Ichthyosaurierwirbel

Ichthyosaurierwirbel und Knochenfragment


Da es (wie immer bei unseren Besuchen in Mistelgau!) heftig anfing zu regnen, verließen wir fluchtartig die Grube und machten uns bei heftigem Regen, Graupel, Donner und Blitz auf zu unserem letzten Fundort an diesem Tag.
In einem weiteren Weißjurasteinbruch der nördlichen Frankenalb suchten und fanden wir (bei wieder schönem Wetter!) neben diversen Ammoniten gut erhaltene Exemplare des irregulären Seeigels Collyrites (Disaster) carinatus.

Heilige Jungfrau am Eingang des Steinbruchs

<i>Collyrites</i> in Fundsituation

Gut beschützt bei der Fossiliensuche

Seeigel Collyrites in Fundsituation


Den Morgen des dritten Tages unserer Exkursion nutzten wir zunächst für eine kleine Besichtigungstour in unserem Aufenthaltsort Gößweinstein, in dem wir in einem gemütlichen Gasthof untergekommen waren.

Burg GöŸweinstein

Basilika GöŸweinstein

Die Burg Gößweinstein oberhalb des Ortes

Das prächtige barocke Innere der Basilika Gößweinstein


Während anschließend ein Teil der Gruppe die Felder um Schlaifhausen nach Lesefunden aus dem Lias epsilon absuchte, versuchten die anderen ihr Glück im Steinbruch in Drügendorf. Im Bereich der gut aufgeschlossene Ammonitenseife fanden wir einige Ammoniten und als Besonderheit aus einer etwas höher stammenden Schicht ein Stück eines bislang noch nicht zugeordneten Knochens. Leider konnte trotz intensiver Suche der Gesteinsblock mit dem fehlenden Teil nicht ausgemacht werden.

Im Steinbruch Drügendorf

Knochenfragment Drügendorf

Im Steinbruch Drügendorf

Knochenfragment (ca. 5 cm) aus Drügendorf


Als Abschluss unserer Exkursion stand noch die Fossiliensuche in einem Steinbruch in Gräfenberg auf dem Programm, für den wir dankenswerterweise eine Ausnahmegenehmigung zur Begehung bekommen hatten. Wir fanden auf den zahlreich vorhandenen Halden, aber auch bei der horizontierten Suche in den anstehenden Bänken eine Vielzahl unterschiedlicher Ammoniten, viele davon mit der typischen Grünfärbung auf Grund des Minerals Glaukonit (sogenannte "Grünlinge"). Daneben fanden wir noch Brachiopoden, gut erhaltene irreguläre Seeigel in Schalenerhaltung und als absolute Besonderheit einen noch nicht näher bestimmten Zahn eines Sauriers.

Im Steinbruch in Gräfenberg

Ammonit in Fundsituation in Gräfenberg

Fossilsuche in den Grünlingsbänken im Steinbruch in Gräfenberg

Da steckt einer!

Ammoniten aus Gräfenberg

Abenddämmerung in Franken

Funde aus der Bank 245/246

Abenddämmerung auf der Fränkischen Alb



Und so werden nach der Präparation und Bestimmung viele neue interessante Funde dieser schönen Exkursion nach Franken unsere Sammlungen bereichern.